Michele Nazionale macht den Traum der Roten wahr
Suzuka. Überglücklich dirigierte Ferrari-Star Michael Schumacher bei der Siegerehrung in Suzuka die italienische Nationalhymne, dann machte er Ferrari-Rennleiter Jean Todt von oben bis unten mit Champagner nass. Nicht nur dem Franzosen standen Tränen in den Augen, denn 'Michele Nazionale' hatte es endlich geschafft!

21 lange Jahre musste Ferrari auf den Weltmeister-Titel warten. Am 8. Oktober wurde die große Sehnsucht der Roten endlich wahr. Mit seinem Sieg beim Großen Preis von Japan sicherte sich Schumi den WM-Titel schon vor dem Saisonfinale in Malaysia. Schumacher ist damit zum dritten Mal nach 1994 und 1995 Formel-1-Weltmeister. Auf der Pressekonferenz nach dem Rennen richtete Schumacher ein paar Worte auf italienisch an die Tifosi: "Sono molto felice - ich bin sehr glücklich", sagte er und fügte ein sehr herzliches: "Grazie, grazie a tutti - danke an alle!", hinzu. Italien wird es ihm danken!

Seinen Triumph in Suzuka verdankte Schumacher vor allem einer brillanten Rennstrategie von Ross Brawn. Beim Start war Pole-Mann Schumacher auf Rang zwei hinter Häkkinen zurückgefallen. Der Ferrari-Pilot kam eigentlich gut weg, doch Häkkinen zog wie ein Blitz im zweiten Gang an ihm vorbei.

An der Reihenfolge änderte sich zunächst nichts, Häkkinen fuhr einen Vorsprung von etwa zwei Sekunden heraus, den er konstant hielt. In der 21. Runde machte der McLaren-Pilot dann seinen ersten Boxenstopp. Wenig später kamen auch Schumacher und die anderen Toppiloten an die Box, so dass die Reihenfolge an der Spitze wieder die alte war - Häkkinen führte vor Schumacher und David Coulthard

Das Rennen wurde dann beim zweiten Stopp entschieden. Häkkinen fuhr in Runde 37 zum Auftanken und Reifenwechsel in die Box. Schumacher wartete zwei Runden ab - und fuhr einen Vorsprung heraus, der ausreichte, um 13 Runden vor Rennende die Führung zu übernehmen, die er sich nicht mehr nehmen ließ. Unter dem Jubel der völlig begeisterten Ferrari-Crew überquerte Schumi als Erster die Ziellinie - und war Weltmeister mit Ferrari.

Einen schwarzen Tag erlebten dagegen die anderen deutschen Fahrer: Heinz-Harald Frentzen schied mit einem Hydraulik-Defekt an seinem Jordan-Mugen-Honda in Runde 30 aus, für Ralf Schumacher (BMW-Williams) war das Rennen nach einem Dreher (43.) beendet. Nick Heidfeld stellte den Prost-Peugeot in der 45. Runde in der Box ab.

 
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